Die Volksbühne Aschau im Zillertal präsentiert im Sommer 2017 die Uraufführung

Der Zillertaler 



"Zillertaler"

Wie alles begann: 

Vor neun Jahren wurden 20 Interviews zur "Regionalen Identität im Zillertal" mit dem Textanalyseverfahren GABEK (von Univ. - Prof. Dr. Josef Zelger) durchgeführt. Auftraggeber war der Planunsgverband Zillertal unter Ihrem damaligen Obmann LH Stellvertreter Geisler Josef, initiiert von Dr. Fleischhacker (Wasser Tirol). Die Studie wurde ausgewertet und den Verantwortlichen übergeben. 

Zusammenfassend kann das Ergebnis in einem Satz genannt werden: 

"Der Zillertaler ist eine gespaltene Persönlichkeit, einerseits geschäftstüchtig, profitorientiert, fortschrittsdenkend, andererseits sehnt er sich nach Ruhe, nach dem, wie es früher war."

Christina Fankhauser (damals noch Geisler) führte die PR - Arbeit dieses Projektes durch und war für Dr. Ernst Fleischhacker (Wasser Tirol) erste Ansprechpartnerin. In einem Gespräch zwischen den beiden entstand schließlich der Gedanke, das Ergebnis der Zillertaler Gabek-Studie in einem Theaterstück, den Zillertalern zu präsentieren. 

Christina schrieb mir damals in einem Mail: ...
..."Ein Zillertaler-Theater über den "Zillertaler", seine Identität, seine von anderen Menschen unterscheidende Eigentümlichkeit seines Wesens, aufgebaut auf die Ergebnisse der Zillertaler Gabek-Studie, die auf die "gespaltene Persönlichkeit des Zillertalers hinweisen, wäre ein tolles Thema für ein nächstes großes Projekt. Da könnte man eine Geschichte erzählen: Auf der einen Seite eine Familie, die für den sogenannten Fortschritt steht und auf der anderen Seite treten Personen auf, die für mehr Menschlichkeit, Natürlichkeit, Soziale Strukturen, ... eintreten. Ohne zu sehr in Schwarz-Weiß-Malerei zu versinken, könnte man beide Seiten beleuchten und sie - ohne zu bewerten - im Raum stehen lassen.... Wir müssen aber so einem Projekt viel Zeit zum Wachsen geben! "

Danke Christina für deine Gedanken! 

Univ.-Prof. Dr. Josef Zelger: 
"Als wir vor 9 Jahren 20 Interviews zur "Regionalen Identität im Zillertal" mit dem Text Analyseverfahren GABEK  auswerteten, konnte ich nicht ahnen, dass die Projektergebnisse durch Martina Keiler im Stück "Der Zillertaler" so kreativ weiterverarbeitet und mit einem historischen Rückblick ergänzt wurde. Das damalige GABEK-Projekt sollte eine Vision für das Zillertal anregen, in der eine hohe Qualität der wirtschaftlichen Leistungen, Nachhaltigkeit der Entwicklung und ein gutes Zusammenleben der Beteiligten verbunden werden sollte. Die Volksbühne Aschau hat die Herausforderung angenommen, Text, Bühnenbild, eigens Komponierte Musik, Ausstellung und Videoinstallation zu einem Gesamtwerk zu vereinen. Denn der Zusammenhalt einer Gemeinschaft entwickelt sich immer über Produkte, bei denen Ihre Mitglieder erfolgreich zusammenwirken. Die Kulturschaffenden in Aschau liefern ein Vorbild dafür, wie eine Zukunftsorientierte Gemeinde- oder Regionalentwicklung initiiert werden kann."




Im Rahmen des X. Internationales GABEK-Symposiums in Sterzing präsentierte Univ.-Prof. Dr. Ernst Fleischhacker zusammen mit einer musikalischen Lesung von Martina Keiler, welche Wirkung eine GABEK-Analyse auf die regionale Entwicklung und die Nachhaltigkeit im Zillertal hat.


Nur wer sich mit seiner Heimat identifiziert, übernimmt Verantwortung in seinem Handeln. Das stärkt wiederum das regionale Bewusstsein und die Zusammenarbeit im Prozess zur Nachhaltigkeit.

Der Planungsverband Zillertal hat ein Projekt zur Erforschung der regionalen Identität im Zillertal durchgeführt. Mit ZillertalerInnen unterschiedlichster Berufe und Altersklassen aus dem gesamten Tal wurden dazu Interviews geführt. Im Anschluss an die Auswertung wurden anhand der Ergebnisse und in direkter Zusammenarbeit mit den ZillertalerInnen konkrete Empfehlungen erarbeitet. So entstand eine Art Landkarte zur Orientierung in der Meinungslandschaft und für die Beschlüsse des Planungsverbandes.    

Planungsverbände sind in Tirol vom Land verordnete Gemeinde-Organisationsformen, dazu führen sollen, dass alle - wie im Falle des Zillertales 25 - Gemeinden „an einem Strick ziehen“, wenn es um die nachhaltige Entwicklung geht. 


Unter Nachhaltigkeit wird nach E. Fleischhacker 2008 der ständige Ausgleich zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem verstanden. Diese drei Systemelemente sind über Seile verbunden. "Im ständigen Spannungsausgleich darf keines der drei Seile je abreißen um Nachhaltigkeit zu gewährleisten", sagt Fleischhacker im Rahmen des GABEK Kongresses in Sterzing.

Diese Philosophie ist in Verbindung mit den GABEK-Erkenntnissen war auch die Grundlage für die von den Bürgermeistern der 25 Gemeinden unterschriebenen "Zillertaler Erklärung", welche ihrerseits wiederum die Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung des Tales ist.

Dabei geht es vor allem um die Auflösung der Komplexität der Problemfelder Wirtschaft - Massentourismus, Verkehr - Verschandelung der Landschaft - verwaiste Schigebiete im Sommer versus Heimat - Familie -Lebensqualität - Verwurzelt sein - nicht Wegziehen wollen - Leute treffen - Vereine - Stammtisch - Gemeinschaftsgefühl erhalten - Feste ohne Fremde (z.B. Rosarifest am Rosenkranzsonntag), Volksbühnen etc.

Die Gesundheit der Region wird nach dem methodischen Problemlösungsansatz nach E. Fleischhacker 1994 an den Aktivitäten zur Erhaltung dieser Grundwerte gemessen. Derartige Aktivitäten sind beispielsweise der Strategieplan Zillertal (www.planungsverband-zillertal.at) sowie im künstlerischen Bereich eine musikalische Lesung "Der Zillertaler“, die einen Blick auf die Gegenwart und eine Aussicht auf die Zukunft des Zillertals gibt.