Die Volksbühne Aschau im Zillertal präsentiert im Sommer 2017 die Uraufführung

Der Zillertaler 



Der Zillertaler

warum er ist, wie er ist

Das Stück setzt sich kritisch mit dem „Zillertaler“ auseinander und beruht auf einer Studie, die im Auftrag des Planungsverbandes vor ca. sechs Jahren zu diesem Thema durchgeführt wurde.

Es ist der Versuch einer möglichen Erklärung, warum der Zillertaler so ist, wie er ist: Er trägt eine Gespaltenheit in sich, einerseits geschäftstüchtig, nach Profit strebend, stets auf Fortschritt bedacht und andererseits sucht er das Heimelige und sehnt sich nach früher, nach Ruhe. 

In unserem Stück blicken wir auch in die Vergangenheit und lassen historische Figuren auferstehen, an denen diese Gespaltenheit
ebenfalls erkennbar ist:

den Wanderhändler, der bereits im 17. Jhdt., von Not getrieben, in die Welt hinauszog, um mit Ölen und Kräuterelexieren zu handeln;
Peter Prosch aus Ried, Taxach Grafl genannt, der auf den süddeutschen Adelshöfen als Hofnarr unterwegs war, sich verkaufte, es zu einem gewissen Wohlstand brachte und als erster „Fremdenverkehrstiroler“ bezeichnet werden kann;
Franz Egger, der 1832 wegen seines neuen protestantischen Glaubens nach Schlesien auswandern musste und seine Frau und seine neun Kinder zurückließ, weil sie katholisch bleiben wollten. seine Frau, die verzweifelt nach den wahren Beweggründen sucht, warum ihr Mann sie und die Kinder verlassen hat;
die Nationalsängerin aus dem Zillertal, die ihre Lieder, unter anderem „Stille Nacht, heilige Nacht“ vor Königen und Kaisern vorgetragen und sich dabei immer mehr dem Fremden angepasst hat;
den Volkskundler (Johann Jakob Staffler oder Ludwig Hörmann), der den Zillertaler schon im 19. Jhdt. so treffend beschrieben hat.

Das Hier und Jetzt wird am Beispiel einer vom Tourismus geprägten Zillertaler Familie gezeigt: die Zeit des Aufbaus, die Weiterführung zum erfolgreichen Hotelimperium sowie deren Auswirkungen. Das Stück beleuchtet kritisch unsere eventgesteuerte Gesellschaft, die immer mehr beginnt, sich dem alles beherrschenden Wirtschaftsdenken unterzuordnen. Sie steht im Zwiespalt zwischen Wohlstand und dem Erhalt von Werten und Traditionen. Dabei werden Fragen aufgeworfen, deren Beantwortung dem Zuschauer obliegt.